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Papierschiffchen erinnern an Ertrunkene

Marianne Schmidt, Angelika Waldheuer und Doris Ulmke präsentieren die gefalteten Schiffe in der Friedenskirche

„Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“ Mit diesem Satz drückte die hannoversche Pastorin Sandra Bils 2019 auf dem Kirchentag in Dortmund ein moralisches Empfinden von viele Menschen in Deutschland aus. Im Gedenken an die Ertrunkenen im Mittelmeer und aus Solidarität mit den Seenotrettenden rief der Landesverband der Evangelischen Frauenhilfe Mitglieder und Interessierte dazu auf, aus Zeitungspapier Boote zu falten. Mit der Aktion sollte auf den Skandal um die zivile Seenotrettung und die Situation im Mittelmeer hingewiesen werden. Die Boote stehen für die Menschen, die 2019 im Mittelmeer ihr Leben verloren haben und die durch ein Schiff hätten gerettet werden können. 1.319 Schiffchen sollten es mindestens je Ort werden, denn so viele Menschen fanden nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe im Jahr 2019 den Tod beim Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten.

Die Ev. Frauenhilfe der Friedens-Kirchengemeinde hat bei der Aktion mitgemacht. 1.319 Boote wurden gefaltet und am 10. Dezember in der Friedenskirche aufgestellt. Es ist Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Am 10. Dezember 1948 wurde diese durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet. In vielen westfälischen Gemeinden haben Frauen der Frauenhilfen, Konfirmand*innen, Mitglieder von örtlichen Asylkreisen, der Flüchtlingshilfe, der Frauenausschüsse, Einzelhändler und andere spontane Helfer*innen sich an den Aktionen beteiligt. Neben der Friedens-Kirchengemeinde waren z.B. auch die Gemeinde in Albachten und Olfen beteiligt.

Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen ist dem Bündnis „United4rescue“ bereits Ende 2019 beigetreten. Unterstützt vom kirchlich initiierten Bündnis "United4Rescue" hatte die "Sea-Watch 4" bei ihrer ersten Mission rund 350 Menschen aus Seenot gerettet. Am 20. September wurde das Schiff von italienischen Behörden in Palermo festgesetzt, was mit Sicherheitsmängeln begründet wurde. Die Organisation Sea-Watch hält die Gründe für vorgeschoben. Mitte November hat das Bündnis beschlossen, ein weiteres Rettungsschiff zu schicken:  Die „SEA-EYE 4“ soll so schnell wie möglich in den Einsatz gehen. Anfang 2021 soll das Schiff im Mittelmeer sein, um Menschenleben zu retten.

Das Bündnis United4rescue versucht seit Mitte November zudem mit einer Petition an  Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen darauf hin zu wirken, dass die EU zur staatlichen Seenotrettung zurückkehrt. Die humanitären Werte Europas dürfen nicht untergehen. Die EU darf Menschen nicht ertrinken lassen. Sie muss retten.